Укр Eng

Press about us

22.09.2011

EU droht Ukraine mit Liebesentzug (in Deutsch)

Der ukrainische Oligarch Viktor Pintschuk ist in diesen Tagen auffällig um einen optimistischen Auftritt bemüht. Pintschuk empfing auf einer von ihm gesponserten Konferenz in Jalta hochrangige Gäste aus ganz Europa und warb in großen Worten für sein Land. „Ich will, dass die Ukraine ein Tiger wird“, sagte der Stahlbaron, der sich in den vergangenen Jahren zu einem Philanthropen entwickelt hat. Das Land sei ein verlässlicher Partner der Europäischen Union.

In Wahrheit allerdings sind die Beziehungen zwischen der EU und dem großen östlichen Nachbarn auf einem Tiefpunkt angelangt. Die Prozesse gegen führende Oppositionspolitiker wie Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko haben in Brüssel Alarm ausgelöst. EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle wies in Jalta ausdrücklich darauf hin, dass die EU auf Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte pocht. „Diese europäischen Werte müssen im Alltag gelebt werden und sichtbar sein“, sagte Füle.
Es war mehr als ein schön klingender Appell. Zusammen mit Schwedens Außenminister Carl Bildt und dem deutschen EU-Parlamentarier Elmar Brok hatte der Kommissar über zwei Stunden mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hinter verschlossenen Türen gesprochen. Dabei sei das Staatsoberhaupt vor eine klare Wahl gestellt worden, hieß es: Das geplante Abkommen der EU mit der Ukraine, das unter anderem Handelserleichterungen vorsieht, werde nicht ratifiziert, wenn der derzeit vor Gericht stehenden und inhaftierten Oppositionspolitikerin Timoschenko die Möglichkeit verwehrt wird, an der Parlamentswahl im Herbst 2012 gleichberechtigt teilzunehmen.
Auch aus Berlin kommt Druck. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Janukowitsch vergangene Woche am Telefon verdeutlicht, dass der politische Wettbewerb in freien Wahlen ausgetragen werden müsse und das Strafrecht nicht gegen den politischen Gegner instrumentalisiert werden dürfe.

Für Janukowitsch, der auch zu seinem östlichen Nachbarn Russland nicht mehr die besten Beziehungen unterhält, werden die Drohungen allmählich unangenehm. Die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU, das Ende 2011 ratifiziert werden soll, ist für die Ukraine von zentraler Bedeutung, weil die Industrie damit die Möglichkeit bekäme, ihre Produkte in den europäischen Riesenmarkt einzuführen. Dass mit dem EU-Abkommen aber auch die Akzeptanz europäischer Werte wie Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und der Wahrung unabhängiger Institutionen verbunden ist, hat die ukrainische Führung bisher nie sonderlich ernst genommen. Es wurden Oppositionelle drangsaliert, missliebige Nichtregierungsorganisationen unter Druck gesetzt und vieles von dem rückgängig gemacht, was der demokratische Umbruch von 2004 mit sich gebracht hatte. Nun holt das Versäumnis die Regierung ein.
Janukowitsch braucht das Abkommen mit der EU auch deshalb, weil es dabei helfen könnte, seinen politischen Traum zu erfüllen – sein Land zu einem „Anführer in Osteuropa“ zu machen, wie er selbst erklärte. Geradezu euphorisch wurde Vizepremier Boris Kolesnikow, als er vom Vorbild Türkei schwärmte und deren wirtschaftliche Schlagkraft lobte. Gemeinsam, so Kolesnikow, könnten beide Staaten zu einem „China Europas“ werden – eine Vorstellung, die bei den Teilnehmern aus der EU eher ein gequältes Lächeln auslöste. Der Oligarch Pintschuk ließ sich von alldem kaum beeindrucken. Er hatte ein Riesengemälde in den Konferenzsaal hängen lassen, das von einem großen, lächelnden Tiger dominiert wird. Zumindest da zeigte die Ukraine echte Stärke.

Source: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND
Author: Nina Jeglinski
Share |

Back to the list

Video

RSS All video
26.06.2026

ICTV Report about YES Dinner Discussion in Gdansk. June 25, 2026

26.06.2026

What Ukraine Needs Now. Discussion on the eve of URC2026 in Gdańsk

28.05.2026

Ukrainian Veterans Leadership Program at Yale Jackson School of Global Affairs

28.05.2026

ICTV Video recap of the UVLP Program at Yale Jackson School of Global Affairs. May 26, 2026.

Pages 1 2 3 4 5 ... of 5
 

News

RSS All news

Victor Pinchuk: Ukrainian authorities and politicians should be aware of global crises risks

12.07.2008

The issues of 5th annual YES summit agenda are the main questions of the world agenda too. So stated Victor Pinchuk, a founder and Member of the Board of Yalta European Strategy, in his address to journalists.

EU and Ukraine may complete the technical preparation of Free Trade Area building by the end of 2009

11.07.2008

At the same time, representatives of Ukrainian state power and business community consider the preparation of the Area's format should be more thorough in order to minimize the risks for Ukrainian economy in relation to FTA building.

Crisis in Lisbon treaty ratification should not slow down Ukraine’s movement to Europe, say YES summit discussion participants

11.07.2008

Such opinion has been stated by the participants of "The Future of the European Union" discussion, held within the Plenary Session of the 5th annual Yalta European Strategy summit.

Pages 376 377 378 379 380 ... of 380
Created and supported by: «Art Depo» Creative Agency